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Muellberge

Zero Waste - weniger Müll, mehr Bewusstsein


Unser persönliches Müllaufkommen heutzutage ist enorm. Da unsere Umwelt immer stärker verschmutzt, ist es also unbedingt notwendig, den Müll auf ein Minimum zu beschränken oder sogar komplett abzuschaffen – eben mit „Zero Waste“, also null Abfall zu leben. Bei der immensen Menge an Plastik, die einem im Alltag überall begegnet, klingt das allerdings nach einer großen Herausforderung. Nicht nur für die Gesellschaft - auch für jeden Einzelnen. Es scheint manchmal fast unmöglich, dieses Ziel zu erreichen. Aber wer ein wenig plant und mitdenkt, der schafft es ganz leicht, seinen ökologischen Fußabdruck zu schmälern.

Grundsätzlich muss man sich darüber bewusst werden, was man konsumiert und wo man wie viel Müll produziert um dann zu versuchen, das Ausmaß des eigenen Mülls einzuschränken und Dinge weiterzuverwenden oder wiederzuverwerten. Vieles lässt sich auch reparieren, zweckentfremden oder umgestalten und wird damit im Sinne des Upcyclings aufgewertet. Recycling und Mülldeponie sollten immer nur der letzte Schritt im Produktkreislauf sein.

Kaputtes Fahrrad bei der Reparatur

Bewusst einzukaufen und zu verbrauchen, auf Langlebigkeit und Qualität zu achten, anstatt auf Masse zu setzen: Das sind die Grundgedanken bei einem Leben nach dem Zero-Waste-Prinzip. Dann lässt sich Zero Waste oder zumindest Less Waste auch in jedem Bereich des Alltags unterbringen. Ein paar Tipps, wie sich das umsetzen lässt, findet ihr hier:

Reduzierte Garderobe

Möchte man seinen Kleiderschrank müllreduziert gestalten, fängt man am besten damit an, einfach die Kleidung zu tragen, die man schon besitzt. Braucht man doch etwas Neues zum Anziehen, dann sollte man zeitlose Kleidung wählen. Dadurch vermeidet man ausufernde Shoppingtouren, die nur zu oft in Fehlkäufen enden, weil nichts zueinander passen will. Aber auch Flohmärkte, Second-Hand-Geschäfte und Kleinanzeigen sind generell eine gute Idee. Was schon produziert wurde, kann nicht für noch mehr Müll sorgen.

Jacke, Bluse, Guertel und Hose

Nachhaltige Verpackung

Verpackungslose Artikel und Mehrweg-Verpackungen sind ein wichtiger Schritt bei der „Entmüllung“ des Alltags. Biologisch abbaubare Verpackungen sind dazu eine gute Alternative. Glasflaschen und Stoffbeutel zum Transport zu verwenden ist beispielsweise einfach umzusetzen und spart Ressourcen. Statt Duschgel oder Shampoo aus der Plastikflasche kann man auf die altbewährte Seife umsteigen. Mittlerweile finden sich vielerorts auch sogenannte „Unverpacktläden“, wo es Lebensmittel und Drogerieartikel offen zu kaufen gibt. Diese füllt man dann in selbst mitgebrachte Behältnisse oder kann sich oft auch dort mit wiederverwendbaren Verpackungen ausstatten. Aber auch auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen gibt es frische, unverpackte Nahrungsmittel zu kaufen. Denn Obst und Gemüse bringt seine Verpackung in Form der Schale doch meist schon selbst mit. Auf To-go-, Einmal- und Wegwerfprodukte sollte man jedoch unbedingt verzichten.

Wiederverwendbare Netz-Tragetasche

Guter Umgang mit Lebensmitteln

Auch bei den Lebensmitteln selbst lohnt es sich, Müll zu vermeiden. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, ist das noch lange kein Grund, das Produkt wegzuwerfen. Übriggebliebene Reste – auch wenn sie schon nicht mehr so frisch sind – lassen sich oft noch zu richtig leckeren Gerichten kombinieren. Immer öfter werden auch Nahrungsmittel verkauft, die nicht dem Handelsstandard entsprechen, weil sie beispielsweise krumm gewachsen sind und damit nur wegen optischer Mängel zu Abfall geworden wären. Beim Kauf von regionalen und saisonalen Nahrungsmittel spart man außerdem Energie, die bei langen Transportwegen aus dem Ausland und dem Anbau in Gewächshäusern verbraucht worden wäre.

Ressourcen maßvoll verbrauchen

Im Alltag sollte man darauf achten, wie man mit den Ressourcen Wasser und Energie umgeht. Angewohnheiten, die der Umwelt nicht guttun, lassen sich so vermeiden und durch bessere ersetzen: Das Licht auszuschalten, wenn man sich nicht im Raum befindet. Wasser beim Händewaschen nicht laufen zu lassen. Stoßlüften statt dauergekippte Fenster. Auf Föhn und Wäschetrockner mal zu verzichten und die Luft und Zeit das Trocknen erledigen zu lassen. Einige elektronische Artikel lassen sich auch ohne Probleme durch analoge ersetzen – Brotschneidegeräte und Rasierer zum Beispiel.

Lichtschalter an der Wand

Alle diese Tipps schonen am Ende nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Verfolgt man den Zero-Waste-Gedanken, muss man sich nicht mehr fragen, wie man sich nachhaltige und faire Bio-Produkte nur leisten soll. Denn durch den reduzierten Verbrauch hat man am Ende mehr Zeit und Geld zur Verfügung, das man an der richtigen Stelle sinnvoll einsetzen kann. Man hat sich Freiraum geschaffen und kann nun den wichtigen Dingen Aufmerksamkeit schenken. Und ein weiteres Gefühl schleicht sich ein: Man verspürt mehr Wertschätzung für die Dinge, die einem die Natur schenkt.

Müll-Vermeidung bei [eyd]

Auch [eyd] hat Wege gefunden, der müllfreien Gesellschaft näherzukommen. Um unsere Umwelt weniger zu belasten, ist unsere Kleidung so langlebig, wie nur möglich gestaltet. Das fängt beim Material selbst an, geht aber beim Design und damit bei der Nutzung durch unsere Kunden weiter.

Durch die Verwendung von nachhaltig produzierten Stoffen versuchen wir, nicht unnötig Wasser zu verbrauchen und keine Chemikalien ins Ökosystem einzuschleusen. Unsere Umwelt ist sensibel und ein erster Schritt, sie nicht in ihrem Gleichgewicht zu stören, ist, auch im Kleinen keinen Müll zu hinterlassen. Daher verwendet [eyd] nur biologisch angebaute Baumwolle und Lyocell aus Eukalyptus. Deren Fasern können – anders als bei konventionellen Textilien aus Kunststoffen - nicht als Mikroplastik in den Weltmeeren oder unserer Nahrungskette landen. Außerdem werden bei [eyd] anfallende Reststoffe zu Accessoires verarbeitet, um das Potenzial der Materialien bis zum Ende auszuschöpfen.
Beim Entwurf legen wir Wert darauf, zeitlose Kleidung zu gestalten, die nicht aus der Mode kommt und sich vielfältig kombinieren lässt. Durch schlichte, klassische Schnitte kann man Teile von [eyd] in jede Garderobe integrieren und einfach unterschiedlich stylen – egal, welchen Stil man hat oder für welchen Anlass man sich kleidet.
Mit dem Versand folgt allerdings der Abschnitt in der Geschichte eines Kleidungsstücks, der bei der steigenden Anzahl von Online-Käufen leider für immer mehr Müll verantwortlich ist. Deshalb werden bei [eyd] die Kartons so lange wiederverwendet, bis sie ausgedient haben. Und das ist nach zwei zurückgelegten Strecken mit der Post meist noch nicht der Fall. Auch im Karton sind die einzelnen Kleidungsstücke nicht extra in Plastiktüten verpackt, sondern werden liebevoll in Seidenpapier gewickelt.

Verpackung aus recyceltem, wiederverwendetem Karton und Seidenpapier

Wir bei [eyd] wollen konsistent in unserem Handeln sein. Der Grund dafür: Jedes Leben hat Würde und darf deshalb nicht ausgebeutet oder verschwendet werden. Das gilt für Menschen und Tiere, wie auch für unsere Umwelt und deren Ressourcen. Denn am Ende kommt rücksichtsvolles Handeln auch uns selbst zugute.

„Less Waste“

Rücksicht auf unsere Umwelt und Wertschätzung für sie sollten dann auch der Hauptgrund bei der Umgestaltung des eigenen Alltags sein – und kein Kräftemessen unter Gutmenschen über soziale Medien und Co. Denn nicht jedem fällt es sofort leicht, seinen Müll zu reduzieren. Gewohnheiten haben Macht über uns und auch die Gesellschaft und die Angebote in den Läden müssen sich erst mitverwandeln. So stößt man am Anfang vielleicht auf einige Probleme damit, Zero Waste in seinen Alltag zu integrieren. Man fühlt sich überfordert, immerzu nach den umweltbewusstesten Alternativen Ausschau zu halten. Doch das ist alles kein Problem, das ist menschlich. Aber auch noch kein Grund dafür, es komplett sein zu lassen. Es geht darum, überhaupt damit anzufangen, sich Gedanken über den eigenen Verbrauch und unsere Umwelt zu machen. Nicht darum, ein perfekter Mensch zu werden. Mit den Tipps in diesem Artikel wollen wir euch Mut und Lust darauf machen, etwas zu verändern. Und sei es auch nur etwas „Less Waste“ im Leben.

Und wer jetzt noch mehr über das Thema Müll und dessen Vermeidung wissen möchte, kann hier weiterlesen:
- www.wastelandrebel.com
- www.zero-waste-deutschland.de
- www.gittemary.com (auf Englisch)
- www.trashisfortossers.com (auf Englisch)